Geschichte der Schule

Die älteste Aufzeichnung über die Schule im sogenannten „Sölner Häusl“ auf dem Areal der heutigen Apotheke stammt aus dem Grundbuch der ehemaligen Herrschaft in Gloggnitz aus dem Jahre 1702.
1823 gab es bereits 170 schulfähige Kinder, über die Anzahl der LehrerInnen ist nichts bekannt. Das erste zu diesem Zweck in Auftrag gegebene Schulhaus (jetzt Sonderschule) wurde 1852 seiner Bestimmung übergeben. Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1869 waren die Klassen mit 150 Kindern heillos überfüllt, einzelne Klassen wurden im Laufe der Zeit immer wieder in Privathäusern untergebracht.


Lehrkörper 1897


Schulklasse 1897

1876 wurde ein weiteres Schulhaus (heute Vorbau mit Tierfassade) fertiggestellt, 1897 ein drittes Schulhaus mit Turnsaal errichtet. Schwierige Zeiten waren der 1. und 2. Weltkrieg: Fliegeralarm, Brennstofknappheit und Papiermangel bestimmten den Schulalltag. Es gab keine Hefte, Bleistifte oder Schulbücher. Die Noten wurden den Kindern mündlich mitgeteilt, da keine Zeugnisformulare vorhanden waren. Vom 3. April bis 9. Juni 1945 musste der Unterricht der Kampfhandlungen bzw. Besatzung wegen gänzlich entfallen.
Ein Großteil des Inventars war verheizt oder mutwillig zerstört worden. In diesen Tagen gingen auch die meisten Lehrmittel, Lehrbücher und Aufzeichnungen über die Geschichte der Schule verloren. Am 11. Juni 1945 wurde der Schulbetrieb der Volksschule im 1. Stock wieder aufgenommen. Im Erdgeschoß logierten Sowjetsoldaten.


Lebensmittelkarten in der Sowjet-Zone

1950 wurde die Außenseite des Schulhauses einer Renovierung unterzogen, danach die Fußböden erneuert und neue Klasseneinrichtungen gekauft. Die Renovierung des Turnsaales 1959 kostete S 150.000,--, neue Türen und Fenster sowie die Einleitung des Wassers in alle Klassen wurden von den Schulgemeinden finanziert. Die folgenden Jahre waren geprägt von Raummangel und immer wieder auftretenden Infektionskrankheiten. 1954 musste die Schule wegen einer Scharlachepidemie gesperrt werden. Die Kinderlähmung, die 1954, 1958 und 1960 gehäuft im Bundegebiet auftrat, forderte auch in der Volksschule 2 Todesfälle.

1969 bis 1973 mussten wegen Lehrermangels gefächerte Klassen geführt werden. Am 16.4.1972 erschütterte das heftigste Erdbeben (Stärke 6 der Richterskala) der letzten Jahrzehnte Gloggnitz und Umgebung. Ab dem Schuljahr 1971/72 gibt es die Schülerfreifahrt, seit 1972/73 die Gratisschulbuchaktion, im September 1979 wurde die 5-Tage-Woche eingeführt. 1980 wurde die Selbstständigkeit der Volksschule Prigglitz aufgehoben und als sogenannte „Dislozierte Klassen“ der Leitung der VS Gloggnitz unterstellt. Im Schuljahr 1991/92 wurde erstmals eine Vorschulklasse, 1994/95 (mit dem Amtsantritt von Dir. Eva DOLEZAL) erstmals eine Integrationsklasse geführt.

Rechtzeitig zur 100-Jahrfeier des 1897 erweiterten Schulhauses konnte die Bemaltung des Vorbaues der Schule fertiggestellt werden. Die Kinder „zauberten“ mit ihren Lehrerinnen Regina Goldgruber, Irene Muzler und Ingrid Tacho farbenfrohe Darstellungen von Tieren des Lebensraumes Savanne die Schulhauswände. In den Hauptferien 1999 wurde der Turnsaal einer Generalsanierung unterzogen; er konnte zu Schulbeginn seiner Bestimmung übergeben werden. Im darauf folgenden Jahr mussten drei kranke Kastanienbäume vor dem Schülereingang gefällt werden. Im Zuge der Neupflanzung wurde der Vorplatz gepflastert und gärtnerisch gestaltet. Schulleitung und Gemeinde als Schulerhalter sind bestrebt, laufend sinnvolle Maßnahmen zur Erhaltung des Hauses zu treffen. Jährlich wird ein namahfter Betrag in die Ausstattung der 14 Räume investiert.


 

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